Den „Raubapfaff“ hervorragend in Szene gesetzt

vom 19.01.2000
Strohhamer Sumpfbiber begeistern mit satirischer Verwechslungskomödie – Über 1000 Eintrittskarten verkauft Kirchdorf (jä).

Die Strohhamer Sumpfbiber sind wieder auf die Bretter gestiegen. Und das erfolgreich: Das Ensemble mit Christoph Strohhammer am Regiepult setzt das Stück "Da Raubapfaff" von Peter Landstorfer hervorragend um. Alle sechs Vorstellungen sind ausverkauft. Mit über 1000 verkauften Karten hat das Ensemble heuer seinen eigenen Rekord gebrochen. Bekannt für gutes Theaterspiel sind sie schon seit ihren ersten Aufführungen, die Strohhamer Sumpfbiber. Einen weiteren Meilenstein haben sie jetzt im "Lindenhof-Saal" in Hitzenau gesetzt. Wer große Erwartungen hat, wird ganz sicher nicht enttäuscht. Zu der jungen Theatertruppe passen die Stücke von Peter Landstorfer wie die Faust aufs Auge. Der 38jährige Rechtsanwalt aus München schreibt seit 1987 jedes Jahr ein eigenes Stück. Er gilt als der Vertreter des "anderen" Volkstheaters. Seine Werke kommen ohne die üblichen Klischees aus und strotzen voller Humor und Durchschlagskraft. Mit dem "Raubapfaff" hat er eine fast böse Satire auf die Bewohner eines kleinen bayerischen Dorfes geschrieben. Kurzum, er schaut "den Leuten aufs Maul" und spitzt dies sogar noch ein wenig zu. Als sich der Vorhang zum ersten Mal hebt, findet der Zuschauer eine ungewöhnliche Szene vor. In rötlichen Nebelschwaden gehüllt, sitzen der Räuber Gust (Michael Eichinger), seine Freundin Res (Ulrike Kreil) und der Hetzinger Jackl (Rainer Laußer) zwischen Felsen und Büschen und harren auf das Kommen leichter Beute. Durch Zufall verunglückt aber gerade an dieser Engstelle der neue Pfarrer von Keitersberg tödlich. Nach erster Enttäuschung wird der Plan geschmiedet, dass der Raubhauser Gust an Stelle des Geistlichen ins Dorf ziehen soll, um den Bewohnern ihre geheimen Geldverstecke zu entlocken. Szenenwechsel in die Stube des Pfarrhauses. Klar, dass sich Gust in diesem neuen "Metier" schwer tut und vieles daneben geht. Doch die naiven Dorfbewohner halten es für moderne Methoden des "neuen Herrn Pfarrer". Schnell ist der "Raubapfaff" allseits beliebt und im Beichtstuhl wird dann über "schwarze Kassen" debattiert. Jeder hat irgendwo einen "kleinen Bestand", ob der selbstgerechte Bräu (Thomas Inzenhofer) oder die blasierte Großbäuerin Severa Kupplinger (Gitti Eichinger) mit ihrer Tochter Annamirl (Daniela Kreil), der Bürgermeister (Martin Eichinger), der immer wieder betont, "dass die Kirche im Dorf bleiben muss und die Politik bei mir" oder der Totengräber Schlucker (Thomas Karch) nebst Dorfratschen Siachlerin (Simone Kreil). Alle suchen sie die wohlwollende Unterstützung des geistlichen Würdenträgers. Selbst der Dorfgendarm (Konrad Eichinger) merkt nichts von dem Schwindel. Noch während Gust sich mit den kirchlichen Ritualen herumschlägt, räumt sein Kumpan nach und nach die Geldverstecke aus. Nur einem kommt es komisch vor, als Hochwürden die Stola verkehrt herum anlegt oder wenn er statt der Segnung alle zur Einstandsfeier zum Bräu einlädt. Schließlich stellt er den Räuberhauptmann zur Rede und geht mit ihm einen nicht ganz uneigennützigen Handel ein . . . Die wichtigen "Macher" hinter den Kulissen sind Souffleuse Barbara Kreil, Daniela Kreil, zuständig für die Maske, und für die Bühnentechnik und Beleuchtung Franz Schickhuber und Andreas Anzinger. Alle Fäden laufen bei Spielleiter Christoph Strohhammer zusammen.

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