Verblüffender Blick hinter die Kulissen des Theaters

vom 01.05.2002 Kirchdorf (jä)

Theater findet nicht nur auf der Bühne statt – auch hinter den Kulissen geht es recht munter zu. Probleme und Unzulänglichkeiten gibt es dabei zuhauf. Wie man damit fertig werden kann, zeigen die Strohhamer Sumpfbiber in der Komödie in vier Akten mit dem schlichten Titel "Theater". Bei dem "etwas anderen bayerischen Volksstück" des Münchner Theaterautors Peter Landstorfer hat das Ensemble um Regisseur Christoph Strohhammer so manche harte Nuss knacken müssen, verlangt dieses Schauspiel doch immerhin drei verschiedene Bühnenaufbauten und wenigstens 19 Mitwirkende vor und hinter den Kulissen. So beginnt das "Theater" auch recht unkonventionell mit einem Trauerzug durch den Saal des Gasthauses Lindenhof in Hitzenau. Und dies soll nicht das einzige Mal bleiben, dass das Publikum, bzw. der Zuschauerraum in die Handlungen mit einbezogen werden. Zum Stück selber soll nach der Premiere noch nicht allzu viel verraten werden. Nur soviel: Eine kleine Theatergruppe will nach Jahren unter der despotischen Regentschaft des Dorfwirts nicht mehr so geistlose Stücke spielen wie "Die grobe Zenz von Dampfing". Doch der Regisseur hat diesen "Schenkelklopfer per excellence" bereits in die engere Wahl gezogen. Langsam begehrt die kleine Besetzung auf, will etwas ganz anderes, einfach "etwas mit Niveau" spielen. Einen Regisseur haben sie auch schon bei der Hand. Der muss aber beim Dorfwirt erst vorsichtig als "Regie- Gehilfe" eingeführt werden. Aber immer mehr nimmt er das Zepter in die Hand und bringt mit neuen Methoden die Schauspieltruppe auf Vordermann. Köstlich allein schon das "Einsprechen" der Akteure mit Korken im Mund. Unvergleichlich die Schwierigkeiten bei den Leseproben und der Rollenzuteilung. Endlich ist es so weit. Sieht man im dritten Akt noch die Generalprobe aus der Sicht des Publikums, wechselt im vierten die Handlung hinter die Bühne. Hier bekommt das Publikum hautnah mit, wie es hinter den Kulissen abläuft. Einmal kommt der Schöberl zu spät, weil er für die Zwillinge des Bürgermeisters noch Hosen nähen musste. Dann reißt beim Dufterer die Hose kurz vor seinem Auftritt als Pfarrer. Banges Warten auf die Schlussszene, ob es der Treichtl auch "derpackt". Endlich: "Mei, schee hod‘ an dastocha". Erleichterung macht sich breit – wie im richtigen Theaterleben auch. Zu guter Letzt resümiert Regisseur Wisshofer (Rainer Laußer): "Theater ist eine Leidenschaft. Ziel dabei ist, das Publikum gut zu unterhalten". Und gute Unterhaltung haben sie auf jeden Fall geboten, die Sumpfbiber bei ihrer Premiere. Fachkundiges Publikum, darunter die Theatergruppen aus Taubenbach und die heimische Inntal-Bühne, dankte den jungen Mimen mit viel Szenenapplaus und einem frenetischen Beifall zum Schluss. w Weitere Vorstellungen gibt’s noch am 4. und 6. Mai sowie am 11. und 12. Mai. Zu manchen Aufführungen gibt es noch Karten; Vorbestellung täglich zwischen 18 und 20 Uhr unter Tel. 08571/920387.

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